Unsere KinderKirchenTage sind vorbei. Sie erfüllten vom 04. bis zum 07. Oktober die Räume der Kirche in Brüggen und leiteten sozusagen die Herbstferien ein. Es waren sehr lebendige und schöne Tage, insgesamt nahmen 12 Kinder teil, und für uns steht bereits fest: Ja, das machen wir wieder! (Die Kinder fragten nämlich schon)

Nach dem gemeinsamen Frühstück malten, bastelten und planten wir zusammen, spielten Fangen, Verstecken, Chinesische Mauer, „Wer hat Angst vorm …?“, sangen zusammen und machten eine Schnitzeljagd durch Brüggen. Die Mittagessen dieser Tage übernahmen einige Mütter der Kinder und versorgten uns alle großartig. Ihnen auch an dieser Stelle hier nochmal ein Herzliches Dankeschön dafür!

Die Tage waren durch kein fixes Thema bestimmt, sondern berührten vielmehr drei biblische Erzählungen, denen wir uns widmeten und bei denen die Kinder toll mitgemacht haben:

Jesus segnet die Kinder. Diese Szene sollte am Anfang der KinderKirchenTage stehen und mag auch gerne als Leitspruch über allem stehen, was wir in unserer Kirche mit den Kindern zusammen machen. Eltern brachten ihre Kinder damals zu diesem Mann aus Nazareth und wurden zunächst von Jesu Jüngern und Freunden zurückgehalten: „Belästigt den Meister nicht! Ihr stört!“ Grobe Zeiten. Gut, dass das heute nicht mehr passiert, nicht wahr? „Haltet sie nicht auf und lasst sie zu mir, denn ihnen gehört das Himmelreich! Und mehr noch sage ich euch: Wenn ihr nicht werdet wie sie, wie die Kinder, dann könnt ihr nicht in das Reich Gottes kommen!“ Das waren Jesu Worte dazu und man muss sich klarmachen: eine größere Zusage, alsdass Jemandem das Reich Gottes offen stehe, gab es im damaligen Denken nicht, und gibt es letztlich auch heute nicht!

Diese Zusage setzten wir als Bild um: die Sonne, die ihre Strahlen zur Erde sendet als Symbol für den Segen Gottes, und die Lieblingstiere oder Fantasiewesen der Kinder als Bilder für sie selbst. Die Kinder tobten sich kreativ aus und einige Bilder waren sogar so filigran, dass es schwer wurde, sie auszuschneiden und aufzukleben.

Die Weihnachtsgeschichte stand in der „Mitte“ der Woche. Im Herbst? Ja, das hatte einen bestimmten Grund: es sollte bereits die Planung und Arbeit an einem Krippenspiel für den 24. Dezember einleiten und die Kinder dafür begeistern. Die KinderBibelSamstage, die ab 22. Oktober wieder starten, sollen mit ein paar Zusatzterminen den Raum dafür geben, das Stück zu proben und zu gestalten. Die Beteiligung und Einsatzbereitschaft der Kinder war bereits hier total super und wir freuen uns auf die gemeinsamen Proben.

Das Gebet war das Thema am letzten Tag und sollte auch sein Bild bekommen. Wie kann man eigentlich mit Gott reden? Frei und offen, wie mit einem Freund, aber doch wie mit einem König, sagten manche, ganz nah und so wie man ist, aber trotzdem nicht wie mit „Jedermann“ oder lässig, wie mit einem Kumpel … Danken kann man dort, bitten, wünschen, flehen und klagen, aber auch loben und preisen. Und wenn einem die eigenen Worte fehlen oder man nicht weiß, wie alldas in Sätze zu fassen ist, was man im Herzen hat? Dann hat Jesus uns ein Gebet gelehrt, das bis heute ein Band zwischen allen Gläubigen und Kirchen weltweit ist: das Vaterunser.

Das Bild schließlich sollte aus eigenen Gebeten, Danksagungen, Bitten und Wünschen bestehen, und fiel sehr vielfältig aus: sowohl die kleinen, direkten Herzenswünsche, die man vor Augen hat, als auch Sorgen und Wünsche für sich selbst und andere, alldas bekam dort seinen Platz, alldas bleibt bei Gott nicht ungehört (ob es Erfüllung findet oder nicht).

Wie gesagt, die Kinder fragten bereits, ob wir solche Kirchentage wieder machen würden, und wie gesagt: Ja, das machen wir wieder! Auf jeden Fall. Ein besseres Dankeschön als solch eine Frage, kann es ja nicht geben.

Abschließend: Was sind eigentlich diese Eigenschaften von Kindern, die so erstrebenswert sind und die auch wir uns bewahren sollen, die uns den Himmel öffnen, wie Jesus sagte? Es ist dieses unvoreingenommene Zutrauen in die Menschen und in das Leben, diese Begeisterung und Freude, dieser Blick, in dem alles noch neu und unbeschwert ist, diese Ehrlichkeit und Direktheit, diese Selbstverständlichkeit, mit der man in dieser Welt noch ein Geheimnis erkennt, dieser ganz eigene Mut, sich einfach in die Welt und in die Situation zu werfen, diese Selbstvergessenheit und Verletzlichkeit, diese Fähigkeit zu glauben, die uns Älteren zuweilen verlorengeht im Leben und die wir vergessen.

Das nannte er den Zugang zum Reich Gottes, nannte es erstrebenswert, erinnerungswürdig! Das war diese Tage unter uns, wenn man es mit diesen Augen zu sehen versteht.

Simon Fischer

 

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